5 Dinge die du lieber nicht über Schweden wissen wolltest

Waffenexport Schweden - Jas Gripen

Schweden ist ein großartiges Land. Persönlich schätze ich das Leben in Schweden nicht nur wegen der freundlichen Menschen und idyllischen Natur sondern auch wegen Schwedens fortschrittlichen Entwicklungsstandes. Aber, wo Licht ist ist bekannlich auch Schatten.

Schweden hat eben nicht nur seine schönen Seiten, es gibt im Heimatland von Alfred Nobel, ABBA und Pippi Langstrumpf auch Dinge die einen wundern oder sogar ziemlich übel aufstoßen können. In diesem Artikel möchte ich einige Dinge nennen die nicht unbedingt dem typischen Schwedenbild der meisten Schweden-Touristen entsprechen dürften.

Daher der Hinweis: Wenn du also weiterhin ein schönes, idyllisches Bild von Schweden haben möchtest, eines ohne Kratzer und Schmutzflecken, solltest du lieber nicht weiterlesen!

Wenn du aber durchaus gerne mehr über die dunklen Seiten des sonst so vorbildlichen Landes erfahren willst, kannst du dir nun fünf Dinge durchlesen die du lieber nicht einem Schweden-Touristen erzählen solltest, der gerade seine Reise nach Stockholm oder Bullerbü gebucht hat.

1. Tidelag

1944 wurde in Schweden die Bestrafung von „Sex mit Tieren“ abgeschafft. Schweden dürfen also sexuellen Kontakt mit Tieren haben solange sie den Tieren „keine Schmerzen zuführen oder dem Zwang aussetzen„, das sogenannte Tidelag.
Erst im nächsten Jahr, 2014, soll das Tidelag abgeschafft werden (DN).

2. Zwangssterilisierung (tvångssterilisering) bis 1975

Bis 1975 wurden Menschen mit gewissen geistigen oder körperlichen Behinderungen in Schweden zwangssterilisiert.

Mit dem Ziel Eugenik (Rassenhygiene), also dem Streben danach das Genmaterial der schwedischen Bevölkerung zu verbessern wurden Menschen mit folgenden Merkmalen zwangssterilisiert:

1. Eugenischer Befund: Wenn davon auszugehen war, dass die Person körperliche oder psychische Krankheiten auf Nachkommen übertragen würde.

2. Sozialer Befund: Wenn Menschen „offensichtlich untauglich“ (öppenbar olämplig) waren Kinder aufzuziehen.

3. Medizinischer Befund: Wenn eine Frau an einer Krankheit litt, eine körperliche Behinderung oder andere „Schwäche“ hatte, die im Falle einer Schwangerschaft die Möglichkeit der Gefahr für ihre Gesundheit mit sich bringen konnte.

Es wurden auch Menschen sterilisiert die unterschiedlichen Minoritäten angehörten, wie Tattare, Sinti und Roma, aber auch Frauen die als promiskuitiv galten – und das oft ohne deren Wissen. Den betroffenen Personen wurde teils lediglich gesagt sie wurden am Blinddarm operiert um zu vermeiden dass sie nach der Operation umtriebiger werden und Geschlechtskrankheiten weiter verbreiten.

Zuspruch fand dieses Gesundheitskonzept besonders während der 1930er Jahre. Erst 1999 wurde ein Gesetz verabschiedet, dass den aus der Zeit bis 1975 vom Staat zwangssterilisierten Menschen einen Schadensersatz zuspricht.

3. Rechte Sverigedemokraterna im Parlament

Die Partei Sverigedemokraterna (Schweden-Demokraten), die dem äußeren rechten Politspektrum zuzuordnen ist, ist mit 20 Sitzen im schwedischen Reichstag vertreten und erhielt bei der letzten Reichstagswahl, 2010, 5,7% der der Stimmen. Die Partei steht für eine äußerst restriktive Flüchtlings- und Einwanderungspolitik.
Obwohl die Sverigedemokraten bei den meisten Schweden stark umstritten und aufgrund ihrer fremdenfeindlichen Politik teils verhasst sind, erhielt die Partei dennoch in einigen Regionen, gerade Süd-Schweden, verhältnismäßig hohen Zuspruch. Über 11% der Stimmen 2010 in Teilen Skånes (Schonen).

4. Unterstützung der Nazis im 2. Weltkrieg

Schweden versteht sich als neutrales Land und versucht sich nach Möglichkeit aus internationalen politischen Konflikten herauszuhalten. Diese Einstellung hat dazu geführt, dass sich Schweden offiziell seit fast 200 Jahren nicht mehr in einem Krieg befunden hat.

Diese Neutralität wurde jedoch während des 2. Weltkrieges auf die Probe gestellt. Deutschland wollte zur Eroberung Norwegens und Finnlands den Landweg über Schweden nutzen. Schweden machte den Deutschen dieses Zugeständnis und ließ deutsche Soldaten und Kriegsgerät mit dem Zug zur norwegischen Grenze und von Norwegen nach Finnland transportieren. Ca. 2,1 Millionen deutsche Soldaten wurden bis 1943 auf diesem durch Schweden befördert.

Dem damaligen König  Gustav V wird zugeschrieben warum Schweden im 2. Weltkrieg als „Deutschland-freundlich“ galt. soll im Sommer 1941 dem schwedischen Parlament mit Abdankung gedroht haben wenn es nicht den Deutschen die Genehmigung für den Militärtransport erteile.

5. Waffenexport an Diktaturen

Schweden ist nach Israel und Russland drittgrößter Waffenexporteur der Welt.

61 Länder haben im Jahr 2012 Waffen aus Schweden erhalten. Die fünf größten Abnehmer sind Indien, Saudi-Arabien, Frankreich, Pakistan und Thailand. (Karte mit allen Empfänger-Ländern.)

Nach schwedischem Gesetz darf Schweden nicht an Länder liefern die an Kriegshandlungen beteiligt sind oder in denen Bürgerkrieg herrscht. Trotzdem liefert Schweden an Länder wie USA und Pakistan.

20 Länder die von Schweden beliefert werden gelten laut der amerikanischen Organisation Freedom House als undemokratisch bzw. Diktaturen

 

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