Jantelagen – Typisch schwedisch Nr. 100

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Das wichtigste Gesetz dass du als Schwede verstehen und folgen solltest

Jantelag – “Du sollst nicht glauben, dass du was besseres bist!”

Fragt man einen Schweden ob er gut in seinem Job ist, wird er nicht sagen “Ja klar!” sondern eher mit zurückhaltender Stimme “Nun jaaa, ich habe mehrere Jahre Erfahrung in dem Bereich gesammelt”. Mit dem Jantelagen im Hinterkopf versteht der Schwede dann, dass er kompetent ist.

Du ska inte tro att du är någon, oder, han tror väl att han är någon! Du sollst nicht glauben dass du jemand bist beziehungsweise, dass du was besseres bist als andere!

Inte sticka ut – bloß nicht auffallen

Das Jantelag, Gesetz des Jante, ist zwar kein richtiges Gesetz, sondern eher eine gesellschaftliche Verhaltens-Richtlinie, die sich deutlich durch die schwedische Kultur zieht. Protzen und angeben ist nicht nur nicht erwünscht sondern verpönt. Diese Devise zeigt sich auch im schlichten skandinavischen Design, wo Einfachheit dominiert.

Auf einer Ebene

Das Jantelag hat in Schweden nicht nur Einfluss auf den Autokauf – wenn man nicht gerade im zentralen Stockholm unterwegs ist sieht man eher selten Luxusautos – sondern auch auf die Verhaltens- und Denkweisen und die Gesprächsverläufe. Beim Kennenlernen unter Schweden wird nicht gleich mit dem Arbeitstitel, akademischem Grad oder anderen wertvollen Errungenschaften aufgetrumpft. Man will nicht dass sich der Gegenüber schlecht oder untergeordnet fühlt.
Natürlich gibt es hier und da auch diejenigen, die sich nicht an dieses Konzept halten, diese werden dann aber eben von Anderen mit einem “Du tror väl att du är något” zurechtgestutzt.

Jag skiter i Jante

Es gibt aber auch die Schweden, die ambitioniert sind, gute Noten schreiben, teure Kleider tragen und eine steile Karriere anstreben und dieses nicht verstecken wollen. Von diesen Schweden hört man dann schon mal ein jag skiter i Jante – ich sche!ß‘ auf Jante.

Woher das Jantelag kommt

Jantelagen kommen ursprünglich aus der Feder vom dänisch-norwegischen Autor Aksel Sandemose. Der hat sie 1933 im Roman “Jante” (fiktiver Ortsname in Dänemark) elf Leitsätze beziehungsweise Gebote verfasst, budord, die als Jantelagen bekannt wurden:

Du sollst nicht glauben, dass du etwas Besonderes bist.
Du sollst nicht glauben, dass du uns ebenbürtig bist.
Du sollst nicht glauben, dass du klüger bist als wir.
Du sollst dir nicht einbilden, dass du besser bist als wir.
Du sollst nicht glauben, dass du mehr weißt als wir.
Du sollst nicht glauben, dass du mehr wert bist als wir.
Du sollst nicht glauben, dass du zu etwas taugst.
Du sollst nicht über uns lachen.
Du sollst nicht glauben, dass sich irgendjemand um dich kümmert.
Du sollst nicht glauben, dass du uns etwas beibringen kannst.
Glaub nur nicht, dass wir nicht über dich Bescheid wissen.

Schwedisches Angeben light

Wenn man etwas Besonderes von sich preisgeben möchte ohne zurechtgestutzt zu werden, kann man das tun indem man einfach einen selbstkritischen oder zynischen kommentar hinterherschiebt. “Ich habe mir neulich einen Mercedes/Villa gekauft, vermutlich die unwirtschaftlichste Entscheidung meines Lebens.” Zwei Wochen später hat sich der Makler in Costa Rica niedergelassen und eine Strandbar eröffnet.“

Alle Typisch schwedischen Dinge, von Nummer 1 bis 100, hier…

 

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