Tipps für die Kommunikation mit Schweden – Verhaltensweise: Körpersprache, Augenkontakt, Abstand halten

Verhaltensweise der Schweden - richtig kommunizieren
Verhaltensweise der Schweden

Schweden kommunizieren anders. Hier erfährst du, in wie fern sich die Körpersprache der Schweden von der deutschen unterscheidet und was man beim Augenkontakt beachten sollte.

Nicht nur im Winter ähnelt die Dynamik der schwedischen Körpersprache der eines Gletschers.

Tipps für den Umgang mit Schweden

1. Geringere Dynamik in der Körpersprache

Über 70% der menschlichen Kommunikation ist non-verbal. Wir sagen also mit unserem Körper, Gesichtsausdruck und mit Blicken mehr als mit den Worten, die unseren Mund verlassen.

Da Schweden, im Vergleich zu südlicheren Ländern eine geringere Intensität der Körperbewegungen beim Sprechen haben, kann ihr Ausdruck für Andere als lustlos, uninteressiert oder schüchtern wahrgenommen werden.

Deswegen sollte man sich anfangs, bis man die Gestik der Schweden versteht, besonders auf das gesagte Wort achten und sich weniger davon einschüchtern lassen wie sie mit dem Körper kommunizieren:

„Oh, da habe ich ja jetzt nich so ’ne euphorische Reaktion auf meinen Vorschlag bekommen. Vielleicht mag die Person mich ja garnicht.“ Nein, das muss es nicht notwendigerweise bedeuten. Du sprichst mit einem Schweden, die Chance, dass du jemals die ehrliche Meinung herausfinden wirst, ist schwindend gering ;)

Tipp: Beobachte kleinste Bewegungen in der Mimik und Gestik.
Stirn, Augen, Mund. Wohin bewegen sich Arme oder richtet sich der Oberkörper und Kopf wenn sie von etwas sehr lustigem berichten? Wie drücken sie Trauer aus? Wie blicken sie, wenn sie verärgert sind? . Schnelle Bewegungen mit dem Arm und Platz einnehmen beim Gestikulieren – wie es bei Italienern oft sieht – ist bei Schweden äußerst unüblich.

2. Leiser sprechen

Spreche etwas leiser als du es in deinem Heimatland gewohnt bist. Schweden können es störend oder arrogant finden, wenn Leute im Restaurant laut miteinander reden. Selbst lautes Lachen sollte man in Restaurants vermeiden. Schweden haben sonst den Eindruck, da nimmt jemand viel Platz ein. Was in der schwedischen Kultur gemieden wird.

3. Kürzerer Augenkontakt

Augenkontakt beim Spazierengehen oder in Fußgängerzonen ist wesentlich kürzer als bei Deutschen.

Tipp: Beim Vorbeigehen Augenkontakt deutlich kürzer als gewohnt halten, wenn überhaupt. Schweden empfinden das, was für z.Bsp. Deutsche normal ist als Starren.

Nach längerer Zeit in Schweden kommt es selbst mir während der ersten Stunden zurück in Deutschland so vor als würden mich Leute anstarren. Umgekehrt, zurück in Schweden dann, hat man das Gefühl als wäre man Luft für die passierenden Menschen. Man blickt aneinander vorbei. Und sollte es doch mal dazu kommen dass sich zufällig die Blicke zweier Menschen treffen wird der gerade entstandene Augenkontakt oft blitzartig wieder gebrochen.

Kampagne für mehr Augenkontakt

Das Meiden des Augenkontaktes der Schweden hat vor einigen Jahren eine Kommune zum Anlass genommen eine Kampagne für Mehr Augenkontakt im Verkehr zu starten, mit dem Ziel die Anzahl der Verkehrsunfällen zu senken. Ögonkontakt sökes i trafiken.

4. Abstand halten

In einer Studie wurde gemessen wie groß der Abstand zwischen Besuchern in der Schlange an der Supermarktkasse ist. Schweden war der Abstand etwas größer als in Zentraleuropa.

Tipp: Achte darauf möglichst nicht näher als eine Armlänge hinter einem Schweden in der Schlänge zu stehen.

Du kannst es beim nächsten Besuch im schwedischen Supermarkt mal ausprobieren. Wenn sich die schwedische Person dann umdreht und dich fragt warum du sie angestupst hast, sagst du einfach, dass da ’ne Mücke saß. Alternativ „Ich dachte du magst es am Rücken gekratzt zu werden.“

 

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